Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Gedenkstätte Opfer der Euthanasie - Morde

Geschichte

Das Gelände am Nicolaiplatz, auf dem sich die Gedenkstätte befindet, zeichnet sich durch eine wechselvolle Geschichte aus. Im Jahre 1790 errichtete die Stadt Brandenburg auf einer Freifläche vor den Toren der Stadt ein Landarmenhaus für verarmte Einwohner sowie invalide Soldaten und ihre Familien. Ab 1820 wurde das Gelände vergrößert, umzäunt und als Zuchthaus genutzt. Bis zur vorläufigen Fertigstellung der neuen Strafanstalt in Brandenburg-Görden im Jahre 1931 diente der Komplex als Haftstätte.

1933 richtete die Polizeiverwaltung Brandenburgs eines der ersten Konzentrationslager auf reichsdeutschem Gebiet ein, das bis Ende Januar 1934 Bestand hatte. Danach nutzte die Justiz das "Alte Zuchthaus" als Schulungsgelände und Strafgefängnis.

1939 wurde auf dem leer stehenden Areal eine „T4"-Tötungsanstalt im Rahmen des nationalsozialistischen Euthanasie-Programms eingerichtet. Unter dem Namen "Aktion T4" fielen dieser ersten, zentral gesteuerten Phase  des nationalsozialistischen Krankenmordes 1940 in Brandenburg an der Havel mehr als 9.000 kranke und behinderte Menschen zum Opfer. Sie stammten aus psychiatrischen Krankenhäusern des nord- und mitteldeutschen Raums einschließlich Berlins. In den insgesamt sechs T4-Tötungsanstalten im Deutschen Reich wurden zwischen Januar 1940 und August 1941 ca. 70.000 Menschen ermordet.

2012 eröffnete die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten auf dem Gelände die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde.