29. Januar bis 6. April 2026
Auftakt des Terrors – Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus
Von 1933 bis 1934 existierte in Brandenburg an der Havel ein Konzentrationslager. Die Nationalsozialisten nutzten hierfür das Gelände des „Alten Zuchthauses” am heutigen Nicolaiplatz. Die Geschichte des KZ Brandenburg steht bis heute im Schatten der Erinnerung an die Massenmorde an Menschen mit Behinderungen, die 1940 ebenfalls im „Alten Zuchthaus” stattfanden. Dabei spielten die frühen Konzentrationslager nach der Machtübernahme eine zentrale Rolle bei der Durchsetzung und Sicherung der nationalsozialistischen Herrschaft.
Ab dem 29. Januar ist in der Brandenburger Johanniskirche die Wanderausstellung „Auftakt des Terrors – Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus” zu sehen. An elf Themenstationen werden die Entstehung und die Funktion, der Alltag und die Gewalt gegen die Häftlinge vorgestellt. Themen sind auch die Sichtbarkeit des NS-Terrors gegen Regime-Gegner*innen und die Rezeption der frühen Konzentrationslager im In- und Ausland. Anhand von Fotos, Briefen und Dokumenten sowie zahlreicher Biografien von Verfolgten und Tätern zeigt die Ausstellung auf, wie die Lager zur Errichtung und Absicherung der nationalsozialistischen Herrschaft beitrugen. In einer erstmals gezeigten Ausstellungsergänzung wird ganz konkret die Geschichte des Konzentrationslagers in Brandenburg beleuchtet.
Die Wanderausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Arbeitsgemeinschaft „Gedenkstätten an Orten früher Konzentrationslager“ und wurde durch die Stiftung Erinnerung, Erinnerung, Verantwortung, Zukunft gefördert. Die Ausstellungsergänzung zum Konzentrationslager Brandenburg wurde von den Gedenkstätten Brandenburg an der Havel erstellt.
Programmübersicht
Gedenkveranstaltung für die Opfer der NS-„Euthanasie” und die Opfer des Konzentrationslagers Brandenburg
27. Januar 2026, 16 Uhr am Gedenkort der Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde
Ausstellungseröffnung „Auftakt des Terrors – Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus”
27. Januar 2026, 17 Uhr in der St. Johanniskirche
„Eine Mutter kämpft gegen Hitler” – Lesung mit Patricia Litten
27. Januar, 18:30 im Gotischen Haus
"Reichstagsbrand – Fanal für den raschen Umschlag von der Weimarer Demokratie zur NS-Diktatur” – Vortrag mit Dr. Thomas Lutz
10. Februar, 18:30 im Gotischen Haus
1. September 2025 bis 1. März 2026
Kunst in Erinnerung an die “Euthanasie”-Verbrechen
Aktuell zeigt die Gedenkstätte eine Ausstellung mit Kunstwerken von Medizin-Studierenden. Die Werke sind Ergebnis individueller küpnstlerischer AUseinandersetzugnen mit der NS-"Euthanasie" und sind im Rahmen eines Kooperationsprojekts zwischen der Gedenkstätte und der medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB).
Vergangene Sonderausstellungen
2024
"Ich werde berühmt!" - Leben und Werk des Paul Goesch
Die im Sommer 2024 im Stadtmuseum Brandenburg an der Havel gezeigte Ausstellung widmet sich dem Leben und Werk des in der Brandenburger T4-Tötungsanstalt ermordeten Künstlers Paul Goesch. Sie ist das Ergebnis eines breit angelegten partizipativen Prozesses.
Die Ausstellung kann auf Anfrage entliehen werden.
2021
„Vergesst uns nicht...“ - Opfer deutscher Vernichtungspolitik im Nordkaukasus 1942/43
Die Open-Air-Ausstellung des Museums Berlin-Karlshorst thematisiert den Mord an schätzungsweise 1.700 Patientinnen und Patienten psychiatrischer Kliniken und medizinischer Einrichtungen sowie an jüdischen Medizinerinnen und Medizinern im Nordkaukasus in den Jahren 1942/43 während der deutschen Besatzung. Ergänzt wird sie von Darstellungen, die die Erinnerungskultur im Hinblick auf diese Opfergruppen in der Region beleuchtet.



